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Mit welchem Zahlungsmittel könnte denn ein Minderjähriger hier überhaupt legal etwas bezahlen? Mit Kreditkarte ja z.B. nicht. Das dürfte vollkomen ausreichen als Altersprüfung. Kann man die zur Altersprüfung nicht sowieso verwenden? Also bevor man damit etwas zahlt?
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seednx: Mit welchem Zahlungsmittel könnte denn ein Minderjähriger hier überhaupt legal etwas bezahlen? Mit Kreditkarte ja z.B. nicht. Das dürfte vollkomen ausreichen als Altersprüfung. Kann man die zur Altersprüfung nicht sowieso verwenden? Also bevor man damit etwas zahlt?
Soweit ich weiss reicht das nach deutschem Recht nicht aus. Ganz einfach weil die Nummer ja auch von einer minderjährigen Person eingegeben werden könnte. Unabhängig davon, ob ihr die Kreditkarte gehört.
Also bei mir hat seinerzeit der Postmann den Ausweis mit seinem Handgerät geprüft. Ging schief, weil der Ausweis abgelaufen war. Völlig egal, dass schon bei dessen Ausstellung Volljährigkeit vorhanden war. Den Ausweis einer anderen, zufällig anwesenden Person wurde nicht angenommen, weil es nicht der korrekte Name war. Das Vorhandensein anderer Dokumente, z.B. der bestätigte Antrag auf einen neuen Pass, wurde ignoriert, da das nicht vom Gerät hätte geprüft werden können. Ergebnis: das Überraschungspaket ging zurück, kostenpflichtige Retoure und keine Ware.

Bilder von Dokumenten bekommt bei mir ausschließlich die Bank, und das auch nur persönlich in der Filiale. Die werden doch genauso gestohlen wie die restlichen Kundendaten (meine wurden bereits zweimal nachweislich gestohlen. Wie oft das unbemerkt geblieben ist oder man mich nicht informiert hat, ist natürlich unbekannt, läßt sich aber daran abschätzen. Und ja, ich habe den Effekt gesehen, als zusätzlich noch andere Daten in den Betrugsmails auftauchten.). Ich vertraue weder dem BSI noch GOG (OK, der Bank auch nicht, aber da habe selbst ich keine Wahl). Den EPass kann man komplett in die Tonne drücken, der dient einzig den Geheimdiensten zur leichteren Einschleusung von Agenten durch die automatisierten Passkontrollen (und den Gewinninteressen der Firma und ihrer Anteilseigner... hatte Otto S. sich zumindest so gedacht, als er uns diesen Müll aufzwang).
Wäre eine nette Idee, dem überteuerten Ding wenigstens den Anschein eines Mehrwertes zu geben, aber selbst mit verifizierter Infrastruktur könnte man nicht nachweisen, dass der Ausweis nicht beim Kind auf dem Lesegerät liegt. Ich bin ja der Meinung, dass das einzig und allein die Entscheidung der Eltern ist, Deutschland meint aber, diese Entscheidung vollkommen sachfremd und situationsunabhängig unilateral gegen uns fällen zu dürfen.

Wäre es denen ernst mit dem Jugendschutz, und nicht nur damit, Freiheiten einzuschränken und den Überwachungsstaat noch weiter auszubauen, gäbe es in den Schulen flächendeckend und spätestens ab der 5. Klasse ein Pflichtfach "Medienkompetenz". Stattdessen gibt es aber Social Media- und Handyverbote, aber Tablets für alle.

Bevor ich noch gläserner werde und sensiebelste Dokumente ins Internet stelle, verrenke ich mich lieber.
Post edited January 08, 2026 by Dawnsinger
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Nervensaegen: Du kannst die Löschung anfragen, das werden sie vermutlich jedoch unbeantwortet lassen oder mit Hinweis auf den laufenden Vertrag ablehnen, weil es theoretisch Teil der Vertragsdokumente ist und für diese gilt eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht von (ich glaube) bis zu 6 oder 7 Jahren.
Das dürfte so nicht ganz richtig sein. Tatsächlich darf eigentlich NACH Prüfung ein Ausweisdokument überhaupt nicht gespeichert werden, da es sich sonst um Voratsdatenspeicherung handelt. Ich arbeite in der Behörde und da ist das zumidnest so (obwohl hier eine Speicherung vermutlich noch deutlich sinnvoller und wichtiger wäre). Wenn es also in einer Behörde solche Informationen nicht langfristig gespeichert werden dürfen, kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Privatunternehmen hierzu berechtigt ist.
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MarkoH01: Wenn es also in einer Behörde solche Informationen nicht langfristig gespeichert werden dürfen, kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Privatunternehmen hierzu berechtigt ist.
Im Gegenteil wältzt Deutschland im Moment ja alle moralisch fragwürdigen Dinge auf die Privatwirtschaft ab. So kann der Staat seine Hände in Unschuld waschen UND die Kosten über diesen Umweg ganz ohne neues Gesetz auch noch auf die Geschädigten abwälzen. Die Vorratsdatenspeicherung wird von den ISPs gemacht und von deren Kunden (also uns) bezahlt. Mein letzter Stand zu Ausweisen ist, dass diese kopiert und aufbewahrt werden "dürfen" (=werden=müssen), sofern die Kopie eindeutig als solche zu erkennen ist. Daher werden die Teile bei den Banken auch nicht abfotografiert, sondern mit einem altmodischen Kopierer verzettelt. Und dann eingescannt. Jedenfalls heben die die definitiv dauerhaft auf und fragen auch regelmäßig nach einem Neuen. Das ist definitiv Privatwirtschaft.

Wie es bei der Polizei ist, weiß ich nicht; wenn man die ruft, fotografieren die das aber ab.

Und das Einwohnermeldeamt verhökert die zwangsweise erhobenen Daten, solange man nicht aktiv widerspricht (was man überhaupt erstmal wissen muss...). -.-

Und dann wundern die sich, dass man dem Staat mißtraut...
Post edited January 13, 2026 by Dawnsinger
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MarkoH01: Tatsächlich darf eigentlich NACH Prüfung ein Ausweisdokument überhaupt nicht gespeichert werden, da es sich sonst um Voratsdatenspeicherung handelt. Ich arbeite in der Behörde und da ist das zumidnest so (obwohl hier eine Speicherung vermutlich noch deutlich sinnvoller und wichtiger wäre). Wenn es also in einer Behörde solche Informationen nicht langfristig gespeichert werden dürfen, kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Privatunternehmen hierzu berechtigt ist.
Da kennst Du die Wirtschaft schlecht. Wenn der Versuch nicht strafbewehrt ist, dann passiert es sehr wahrscheinlich trotzdem.

Reden wir mal Tacheles: Wie hoch ist die Chance, dass jemand erwischt wird und was droht maximal?

1. Erwischt werden?


Du musst als Betroffener überhaupt erst einmal wissen, dass Deine Daten unrechtmäßig gespeichert werden. Erst dann kannst Du dagegen Beschwerde einreichen und die Löschung verlangen. Aber: Immer nur für Deine eigenen Daten, selbst wenn es Millionen weitere Betroffenen gäbe, kannst Du nur für Dich selbst handeln.

2. Maximale Strafe? Keine!
Die betroffene Firma hat pro betroffener Partei immer "einen Schuss" frei, weil Fehler können ja mal passieren. Eine Strafe droht erst bei Wiederholung in der gleichen Sache innerhalb eines "kurzen" Zeitraumes. Mir wurde gesagt, etwa 3 Jahre.

Hinzu kommt, dass wenn das Unternehmen eine Begründung hat, weshalb sie die Daten speichern "müssen", dann können sie das auch ohne Dein Wissen sogar unbegrenzt tun. Bei einem Unternehmen bspw, bei welchem die Prüfung der Ausweisdaten Gegenstand der Dienstleistung ist und es einen laufenden Vertrag gibt (weil du bspw. nicht jedes Mal neu überprüft werden willst) kann das Unternehmen behaupten, die Speicherung der Daten wäre durch den Vertragsgegenstand notwendig und gerechtfertigt. Dann kannst Du dagegen exakt gar nichts tun.

Also, Vorsicht vor dem Papiertiger!

Was aber nicht notwendigerweise heißt, dass irgendjemand diese Daten speichern _will_, wenn sich daraus kein wirtschaftlicher Vorteil ergibt.
Post edited January 15, 2026 by Nervensaegen
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Nervensaegen: 2. Maximale Strafe? Keine!
Die betroffene Firma hat pro betroffener Partei immer "einen Schuss" frei, weil Fehler können ja mal passieren. Eine Strafe droht erst bei Wiederholung in der gleichen Sache innerhalb eines "kurzen" Zeitraumes. Mir wurde gesagt, etwa 3 Jahre.
Das ist nicht korrekt!

Spätestens seit der Einführung der EU-DSGVO ist aus dem zahnlosen Papiertiger ein durchaus fähiges Instrument zur Hand. Sobald Vorsatz nachgewiesen werden kann, kann es durchaus teuer werden. Wenn die Firma also nicht nur ein oder zwei Kopien in irgendeiner Queue oder einem Cache liegen hat, sondern die regulär speichert, ist da nichts mehr mit "Fehler". Lies Dir mal die Vorschriften dazu durch, mein Kollege aus meinem Büro wurde dafür über 1 Jahr freigestellt!

Und das Nachweisen ist auch kein Thema, es reicht nur ein einziger unzufriedener Mitarbeiter!

Tatsache ist aber auch, das die verantwortlichen Behörden gar nicht alles prüfen können, selbst wenn sie wollten.
Post edited January 15, 2026 by kultpcgames
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kultpcgames: Spätestens seit der Einführung der EU-DSGVO ist aus dem zahnlosen Papiertiger ein durchaus fähiges Instrument zur Hand. Sobald Vorsatz nachgewiesen werden kann, kann es durchaus teuer werden. Wenn die Firma also nicht nur ein oder zwei Kopien in irgendeiner Queue oder einem Cache liegen hat, sondern die regulär speichert, ist da nichts mehr mit "Fehler". Lies Dir mal die Vorschriften dazu durch, mein Kollege aus meinem Büro wurde dafür über 1 Jahr freigestellt!

Und das Nachweisen ist auch kein Thema, es reicht nur ein einziger unzufriedener Mitarbeiter!
Wenn es doch nur so einfach wäre!

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kultpcgames: Tatsache ist aber auch, das die verantwortlichen Behörden gar nicht alles prüfen können, selbst wenn sie wollten.
Dies. Genau dies!

In der Praxis gilt grundsätzlich sobald man erwischt wird: "Der Praktikant wars". Und der ist nicht mehr da. Schriftlich ist nichts festgehalten und der "unzufriedene Mitarbeiter" kann nicht nur nichts nachweisen, sondern findet in der Branche nie wieder einen Job. Dafür sorgt der Buschfunk unter den gut vernetzten Vorgesetzten.

Selbst wenn jemand ein hochnotpeinliches Audit macht: Irgendeinen Praktikanten hatte man immer und alle Absprachen sind mündlich (sehr einfach zu bewerkstelligen).

Ja, es gibt empfindliche Strafen: Aber nicht beim Erstverstoß im Einzelfall!

Dazu kommt, dass Behörden gar kein Interesse daran haben etwas zu finden. Die wollen IMHO auch bloß keine zusätzliche Arbeit. Melde doch mal etwas, beim Datenschutzbeauftragten des Landes! Oder bei der Steuerfahndung? Oder einer anderen Aufsichtsbehörde? Selbst wenn Du es lückenlos nachweisen könntest, Du kriegst (mindestens in Hessen) nicht einmal jemanden ans Telefon, der sich für zuständig hält.

Wir hatten den Fall, dass jemand jahrzehntelang Steuern hinterzogen hat in Hessen, indem er ein Haus vermietet hat, ohne dass der Bau jemals offiziell fertig war. Zwei komplette Etagen waren schwarz gebaut. Parkplätze wurden nie gebaut. Brandschau? Nein. Stellplatznachweis? Guter Witz! Gebäudevesicherung? No, Sir!

Eigentlich war der Fall klar:
1. Die Gemeinde wusste es.
2. Es lag eine Anzeige der Gemeinde beim Bauamt gegen den Bauherrn vor.
3. Die Beweislast war erdrückend. Lückenlose Dokumentation der Verstöße.
Und es passierte: Nichts!

Aussage des Amts: "Wir können das aufnehmen, haben aber für die Verfolgung der Fälle schlicht kein Personal."

Same procedure beim Finanzamt: "Unser Finanzamt ist nicht zuständig für Fälle von Steuerhinterziehung." Am Ende schicken sie dich zur Landesregierung und dort versandet die Meldung im Zuständigkeitsdschungel. Theoretisch gibt es sehr wohl eine Planstelle für Steuerfahndung, falls Du die Person findest. Aber, kann die Planstelle die Anzeigen auch verfolgen, oder nur aufnehmen?

Mindestens gefühlt ist es so: Beim kleinen Privatmenschen der sich nicht wehren kann, haut man gern drauf, um die Fallzahlen hoch zu treiben, aber IMHO: eine konservative Landesregierung setzt sich keine Behörde ins Haus, die den eigenen Abgeordneten oder deren Parteispendern gefährlich werden könnte. Wo kämen wir denn da hin!

Es erweckt den Eindruck eines Theaters fürs Wahlvolk.
Post edited January 21, 2026 by Nervensaegen
Das deckt sich zu 100% mit dem Kommentar von jemandem beim Finanzamt, angesprochen auf die Tatsache, dass durch massives Aufstocken von Steuerfahndern die Kosten dafür mehr als zehnfach über tatsächlich gezahlte Steuern reinkämen: die schlechte Ausstattung und der Personalmangel sind bewußt erzeugt, da die schlechte bzw. ganz fehlende Steuerfahndung bei Unternehmen als Wettbewerbsvorteil zwischen den Bundesländern angesehen wird.

Noch Fragen?

Deswegen drischt Herr Merz ja auch so gerne auf die Arbeitnehmer und Arbeitslosen ein: die haben keine Lobby und er kann von den echten Problemen ablenken und die Schuld auf die Schwachen abwälzen. Hat bei Schröder ja auch super funktioniert, und man sieht ja inzwischen, wes Geistes Kind der feine Herr ist.

Abgesehen von der moralischen Verwerflichkeit zeigt das auch, wie sehr fehlende Solidarität letztendlich allen schadet.
Post edited January 21, 2026 by Dawnsinger
Werter Stammtisch!

Politische Diskussionen sind hier nicht erlaubt. Es soll hier um Spiele gehen, sonst nichts.