toxicTom: Wenn wir schon einen Filme-Thread haben (und ich kaum noch welche kucke), dann auch Fernsehserien!
Ich finde das ist ein Medium, welches sich enorm schnell weiterentwickelt hat, und inzwischen eine enorme Bandbreite aufweist. Ich finde auch, daß hier, ähnlich wie im B-Movie-Bereich und Indie-Film, was gewagt und viel rumexperimentiert wird, und Ideen entwickelt werden, welcher später auch Einzug ins "große Kino" halten.
Das mit der Weiterentwicklung würde ich nur bedingt unterschreiben.
Schon mit Babylon 5 hat die Idee einer Serie mit durchgehender und aufeinander aufbauender Handlung einen sehr großen Vertreter gehabt.
Und wenn ich in Richtung Japan schaue, so startete die Yamato 1974.
Die Technologie mag sich, wie bei den Filmen, massiv gebessert haben. Und es fand eine Verschiebung zu durchgängigen Handlungen.
Eine große Bandbreite an Themen und Ideen gab es aber schon immer.
Leider sind Diese heute noch immer nicht gut erzählt und werden bei Erfolg gerne mal maximal in die Länge gezogen.
Und mehr als damals (tm) wird versucht den Stoff ideologisch aufzuladen.
Was ich heute eigentlich mehr vermisse, das sind wirkliche Experimente. Was die Animes anging, so war die Zeit dafür um 2000 herum. Damals gab es die großen Budgeds und die großen Experimente (Ghost in the Shell Stand alone Complex, Cowboy Beebop, Arjuna, Madoka Magica, Evangelion, Turn A Gundam und viele Andere).
Gibt es noch immer, aber wesentlich seltener.
Oder mal in den Westen geschaut.
Alfred J. Kwak mit der Krähenpartei under der Führung Krahs und dann auch noch Apartheit gegenüber schwarzen Enten?
In einer Kinderserie?
Heute würde da doch der Sender gestürmt.
Und was die Realserien angeht. Ja, die Streamingdienste werfe Geld drauf. Aber nur selten wirklich zum Vorteil. Es gab schon immer nur wenige gute Serien, aber viele Nachmacher.
Und extrem Erfolgreich sind noch immer alte Rezepte. Ich zeige nur mal auf den Berg von Bellisario-Artigen Serien, die alle sehr erfolgreich ein ganzes Universum bilden.
Der ganze Wust an NCIS, Hawaii five 0, dem neuen Magnum, angefangen bei JAG. Sie alle spulen die gleiche Formel runter und sind damit extrem erfolgreich und können dies über Jahrzehnte sein.
Während die Streamingdienste auch bei guten Serien nicht selten nach Staffel 3 den Stecker ziehen, weil sonst die Gehälter zu hoch werden...
Auch empfinde ich das Autorenkino eindeutig als mutiger als die allermeisten Serien.
Selbst ein Joker traut sich wesentlich mehr als viele Serien und läuft nun wirklich nicht Gefahr ein kleiner Autorenfilm zu sein.
Was ich heute außerdem irgendwie vermisse, dass sind diese cheesy-Serien, die durchaus ernsthafte Themen ansprechen.
Sowas wie Xena mit seiner sehr mehrdeutigen Beziehung der Hauptheldinen wäre selbst heute noch mutig. Ob es allerdings mit so viel Selbstironie und einfach mal Quatsch machen aufwarten könnte, wage ich zu bezweifeln...
Aber noch ein kleiner Ausflug zu Enterprise.
Der modernere Look kommt nur daher, dass man in TOS nicht immer umsetzen konnte was sein sollte.
Die Enterprise hat in TAS (die Animationsserie) ein Holodeck und sollte es auch in TOS haben. Neu war für TNG eigentlich nur, dass die Hologramme auch haptisch sind.
Entsprechende Dinge waren sogar für die verworfene weitere Staffel von TNG geplant.
Es sollte auf der Brücke holografische Anzeigen an den Stationen geben (nicht nur blinkende und verwirrende Anordnungen von Knöpfen), die Möglichkeit über Hologramme auf der Brücke zu kommunizieren (später bei DS9 auf der Defaint gezeigt) usw.
Eigentlich stellt gegenüber der eigentlichen Idee für Kirks Enterprise die Enterprise von Picard einen Rückschritt dar.
Selbst die Raumanzüge sollten eigentlich "Helme" aus Kraftfeldern haben (geworden ist es dann Gase).
Der technische Sprung zu Enterprise ist da schon gewaltig.
Nur wären solche Effekte damals in der Menge quasi unbezahlbar gewesen und ob sich dafür überhaupt genug Firmen gefunden hätte, um das zu machen, ist auch fraglich.
Da haben dann viele möchtegern-Trekies ihre komplette Ahnungslosigkeit hyperventiliert.