Ein Spiel und ein DLC als Neuzugänge auf meiner Liste:
Strange Horticulture
Okkulte Buchläden kenne ich einige, aber ein okkulter Pflanzenladen als Mischung aus Headshop und Geschäft für ritualmagischen Bedarf ist mir bislang noch nicht untergekommen. Im Gegensatz zu den meisten Kunden in Strange Horticulture habe ich freilich einen klaren Kopf behalten, um die zahlreichen Rätsel zu lösen. Es hat mir großen Spaß gemacht, die verschiedenen Pflanzen zu bestimmen und etliche Codes verschlüsselter Botschaften zu knacken.
Die Welt von Strange Horticulture ist deutlich von klassischer britischer Schauerliteratur geprägt. Insgesamt ist die Geschichte handwerklich solide erzählt – nichts Weltbewegendes, aber gute Kost für Freunde traditioneller Phantastik. Besonders hervorzuheben ist die deutsche Übersetzung, die bis auf ein paar Kleinigkeiten äußerst gelungen ist. Man merkt, dass hier jemand mit viel Freude passende deutsche Entsprechungen für die englischen Trivialnamen der durchweg fiktiven Pflanzen gefunden hat. Chapeau!
Kurz: Strange Horticulture empfehle ich allen Rätselfreunden mit Dechiffrierneigung und einem Hang zur klassischen Schauerliteratur. Ein grüner Daumen ist nicht erforderlich.
Subverse: Celestina Unbound
Wenn es mal länger dauert und dann ganz schnell vorbei ist: Celestina Unbound, der erste DLC für Subverse, hat sich ein paar Monate Zeit gelassen, um auf GOG zu kommen. Genug der Kalauer – das Vergnügen war recht schnell vorbei und bot eher wenig gehaltvollen Content. Man klickt und skippt sich zügig durch die Gespräche und Begegnungen von Kaiserin Celestina mit der Crew und dem Captain, dem vielbeschäftigten Puderanten.
Im ganzen DLC gab es nur einen einzigen Kampf, oder anders ausgedrückt: Im kostenlosen Fow-chan-Update steckte mehr Spiel als im käuflich erwerbbaren DLC. Das ist durchaus schade, da die Geschichte von Subverse noch lange nicht auserzählt ist. Nur leider scheinen die Autoren ihr kreatives Mojo verschossen zu haben. Darauf deutet jedenfalls eine frustriert klingende Passage in einem Dialog hin, in der sich der Verfasser wortreich beklagt, keine Gags mehr schreiben zu wollen, und sich fragt, ob der Schmarren, den er gerade zu Papier bringt, überhaupt gelesen wird, bevor ihn die Sprecherin vertont, der er seinen Grant in den Mund legt.
Derart die vierte Wand zu durchbrechen, ist eine Gratwanderung, die hier leider missglückt ist. Den Schreibern von Subverse sind momentan jedenfalls die Ideen ausgegangen. Die Filme und Galerie-Bilder in Subverse haben mich zwar nie sonderlich interessiert, aber insgesamt fand ich Subverse als popkulturelle Sozialstudie recht gelungen. Celestina Unbound konnte mich jedoch nicht recht fesseln. Mal schauen, ob die Geschichte von Subverse in weiteren DLCs oder neuen Spielen weitererzählt wird. Vielleicht findet FOW Interactive irgendwann neue Inspirationen.
Post edited May 02, 2026 by Shamino Sallé Dacil